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TAUCHSCHULE |
Die Tauchgänge
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„Fügen wir auch eine Liste der Tauchplätze hinzu?" „Alle?" „Es sind sicher zu viele, nennen wir nur die schönsten." „Sagst Du mir dann, welche die schönsten sind?" „Das ist recht schwierig..." |
Wir haben lange diskutiert, Gaddo und ich, wie wir die Tauchplätze beschreiben sollen. Wir sind beide hier geboren und aufgewachsen. Jeder von uns hat seine Vorlieben: Möglichkeiten gibt es wirklich unzählige.
Allein im Felsmassiv von Capo Galera und Punta Giglio, in weniger als einer Seemeile westlich der Tauchschule, befinden sich etwa 10 Kalksteinhöhlen. Viele Schiffsteile von römischen Galeeren und andere Relikte befinden sich auf dem Meeresgrund in der näheren Umgebung der Tauchschule.
Und dann, um Capo Caccia nicht zu vergessen, in unzähligen Spalten und Steilwänden die roten Korallen von Alghero. Sozusagen ein Tauchtheater, das allen, sowohl den Anfängern als auch den Höhlenforschern eine Menge zu bieten hat. Auch für uns gibt es noch eine Menge zu erkunden. Eine komplette Liste der Tauchgänge wäre zu lange, deshalb kann ich Euch nur einiges erzählen, den Rest müsst Ihr Euch vorstellen...
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Die Küste um Alghero
Der Golf von Alghero ist ein Bogen von Ost nach West, umrahmt von mächtigen Kalkmassiven: Zuerst Capo Galera, wo sich die Tauchschule befindet, dann Punta Giglio und Capo Caccia. Jeder Platz vor einem dieser Felsmassive ist für einen Tauchgang geeignet. Schon unmittelbar in der Bucht vor der Tauchschule kann man wundervolle Tauchgänge machen, sowohl tags wie auch nachts. Hinter Capo Caccia setzt sich das Felsmassiv ununterbrochen nach Norden fort bis zur Punta Cristallo, die sich 300 m über das Meer erhebt. Zwei kleine Inseln sind ihr vorgelagert, „La Foradada" und die Insel „Piana". Hier kann man in einer Tauchtiefe von 12 m ideale „Tauchspaziergänge" längs der Steilwände unternehmen, über grüne Posidoniawiesen dahinschweben, die immer wieder die Tauchgründe überziehen. Jede kleinste Spalte und jeder Felskopf ist voll von buntem Leben. Ab und zu öffnen sich dunkle Höhleneingänge, und für die meisten ist es nicht einfach, ihre anfängliche Furcht zu überwinden, sich in das Dunkle vorzuwagen, aber noch schwieriger ist es, der Versuchung zu widerstehen, diese verschwiegenen, versunkenen Orte zu erkunden. Es ist ein wunderschönes Erlebnis, dieses intensive Blau zu sehen, das von außen in die Höhle dringt, während wir wieder dem Höhlenausgang entgegentauchen.
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Grotta di Nereo
Bei Capo Caccia setzt sich die Steilwand auch unter Wasser 30 m tief fort. Am Grunde befindet sich der Eingang zur Nereogrotte. Es ist nur einer von vielen Eingängen dieser Höhle, die sich zwischen 16 m und 18 m befinden. |
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Man kann, vom tieferen Eingang aus beginnend, einen kompletten Kreis innerhalb der Höhle tauchen. Ein erster Höhlenabschnitt zeichnet sich dadurch aus, dass seine Wände komplett mit roten Edelkorallen bedeckt sind. Ein anderer Gang mündet in eine Grotte, die von Tageslicht beleuchtet ist – wirklich spektakulär. Von dort aus führt ein weiterer, sehr geräumiger Tunnel zurück zum Ausgangspunkt. Wird nun der voher genannte Kreis geschlossen, befinden wir uns in ungefähr 23 m Tiefe und über uns liegt in 18 m Tiefe das Ausgangsfenster aus der Höhle. |
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Neben den Korallen kann man in dieser Höhle auch eine Menge von Langusten, Hummer und andere Krebse beobachten. Und wenn Ihr Glück habt, seht Ihr auch den Hausherrn der Nereogrotte, einen Meeraal von beachtlicher Größe. Mit ihrer durchschnittlich nicht allzu großer Tiefe ist die Nereogrotte auch ideal für den, der seine ersten Schritte als Höhlentaucher unternehmen will. Die Unterwasserwelt ist hier so spektakulär, dass sie einen die anfängliche Zurückhaltung vergessen lässt. |
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Grotta dei Laghi So nennen sie die Taucher, für die irdischen Höhlenforscher heißt sie „Umma Gumma". Diese Grotte erstreckt sich unter einem niedrigen Kalkmassiv bis zu einer kleinen, brunnenförmigen Öffnung inmitten mediterraner Vegetation, 50 m im Landesinneren, und kann sowohl von der einen wie von der anderen Seite aus betaucht werden. Vom Meer aus erstreckt sich die Höhle unterhalb des Felsmassivs, umrahmt von großen Felstoren, die wunderbare Schnappschüsse für Fotos mit Licht- und Schattenspiel ermöglichen. Man taucht nie tiefer als 6 m, ja, nach einem kurzen ersten Tunnel, kann man sogar an die Oberfläche tauchen und zum ersten vorgelagerten See schwimmen. Der letzte Saal der Höhle hat eine annähernd quadratische Form, ist geräumig und hoch, mit einigen sehenswerten Kalk-Sinterfahnen. Am Ende des Sees sieht man das Licht des landseitigen Eingangs in die Höhle dringen. Auf dem Rückweg, wenn die erste Begeisterung verflogen ist, kann man den taucherischen Teil dieser Höhle genießen.
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Grotta della Galathea Ungefähr hundert Meter hinter der Grotta del Laghi öffnet sich die Galathea. Ein sehr einfacher und kurzer Tauchgang, aber ein sehr intensives Erlebnis. Der Eingang der Höhle ist sehr geräumig, von der tiefsten Stelle in 10 m reicht er fast bis zur Meeresoberfläche, und ist auch ebenso breit. Dieser Teil der Höhle setzt sich mit der selben Geräumigkeit auf ca. 20 m fort. Der Höhlengrund ist mit weißem Sand bedeckt, zu dem die buntbewachsenen Höhlenwände in herrlichem Kontrast stehen. Dann verengt sich der Höhlengang, und man taucht in eine unglaubliche Stille, die nur durch die eigenen Atemgeräusche unterbrochen wird, und das Tageslicht verschwindet gänzlich. Phantastisch. Zuletzt gelangt man in eine unregelmäßige Höhlenkammer, in der man zur Oberfläche auftauchen kann. Der Boden ist von rotem Lehm bedeckt, der vorherrschende Farbton dieses Höhlenabschnitts. Zurück gehen wir denselben Weg, diesmal vom Engen zum Weiten, vom Finsteren zum Hellen, dem enorm hellen, gleißenden Ausgang entgegen. Unmittelbar außerhalb der Grotte auf der linken Seite, das letzte „Geschenk" der Galathea: Ein dicht mit gelben Krustenanemonen bewachsenes Felstor, das sich perfekt gegen das Blau des Meeres absetzt.
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Grotta dei
Fantasmi Diese Höhle ist eine der mitreißensten. Unterhalb von Punta Giglio, in gerade mal 5 m Tiefe betritt man von einer kleinen Vorhöhle aus einen engen Gang, der zu einem geräumigen, versunkenen Saal führt. Mit zwei weißen Kalkformationen auf absolut schwarzem Untergrund. Eine Art Tür zum Inneren des Berges. Man setzt den Tauchgang mit Vorsicht fort. Es ist besser, nicht mit den Flossen zu schlagen, da viel Sediment aufgewirbelt werden kann. Wir kreisen etwa dreißig Meter in einem großzügigen Tunnel, der sich um sich selbst dreht und in eine kleine Halle zurückführt, in die nie Tageslicht eindringt. Auch wenn diese Grotte im Ganzen gesehen nicht sehr groß ist, vermittelt sie doch ein ganz spezielles Höhlengefühl. Wer das beruhigende Sonnenlicht hinter sich lässt, befindet sich hier in einem quasi außerirdischen Ambiente. Wenn man dann das Blau des Ausgangs der Höhle wieder sieht, ist es schwer seine Gefühle einzuordnen: Ist es Erleichterung oder Nostalgie, das Erlebte nochmals zu erleben.
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Und
dann...
Es gibt noch andere Grotten, die Ciprea zum Beispiel, mit ihren zum Teil noch unerforschten Winkeln. Die Korallenhöhle, die hält was ihr Name verspricht, die Falcogrotte mit ihren oberirdischen Sehenswürdigkeiten. Und zuletzt La Grotta dei Cervi, mit den fossilen Überresten eines Hirsches, die es früher hier gab, als unsere Steilwände noch Bergspitzen waren.
Und Wracks. Ab und zu kann man hier noch Überbleibsel römischer Schiffsladungen finden, Zeugen einer längst vergangenen Zeit. Kommt und seht es Euch selbst an!
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